Lange Haare sind ein Segen, aber auch
ein Fluch zugleich. Ich bin von Natur aus mit sehr dicken, robusten
und vor allem mit vielen (!) Haaren gesegnet. Über die Jahre haben
meine Haare eine beachtliche Länge erreicht, die ich sehr mag und
beibehalten möchte. Bis vor kurzem war ich endlos glücklich über
meine „Pferdehaare“ und deren unkaputtbare Struktur. Selbst
während meiner Teenie-Zeit, als ich meine Haare spätestens alle
zwei Wochen färbte und kein Experiment ausließ (von braun zu blond,
zu rot und knallpink, zu schwarz und wieder blond), verzogen meine
Haare keine Miene und ließen alle Qualen über sich ergehen. Da meine Haare von Natur aus eher in
einem unappetitlichen Braunton erscheinen, habe ich sie in den
letzten zwei Jahren immer wieder mit dem Blond Spray von Garnier
nachgehellt, bis sie teilweise richtig blond waren. Und obwohl mich
viele vor angeblichen Schäden durch Blondiersprays gewarnt haben,
sprühte ich eifrig weiter, ohne von meinen Haaren dafür bestraft zu
werden. Ich denke also, dass ich meine Haarstruktur als robust und
unempfindlich bezeichnen kann.
Vor etwa einem halben Jahr kam ich auf
die Idee, meine Haarpflege umzustellen – auf silikonfrei. Bis dato
schäumte, spülte und frisierte ich mein Haupt mit Produkten von
John Frieda, doch plötzlich schien mir der Sinn nach einer
Veränderung. Silikone werden schon seit einiger Zeit als das
Schlimmste angepriesen, das man seinen Haaren antun kann. Und ja,
auch mir erschien der Gedanke plötzlich komisch, meine Haare in
einen künstlichen Schutzfilm zu hüllen, der sie zusätzlich
belastet. Silikon gehört in meine Badezimmerfugen, aber nicht an
meine Haare. Also zog ich los und deckte mich mit einem neuen
Haarpflege-Arsenal ein, natürlich alles silikonfrei.
Die ersten Wochen nach der Umstellung
waren der Horror. Ich musste teilweise zwei bis drei Ladungen
Conditioner verwenden, um meine Mähne nach dem Waschen ansatzweise
kämmen zu können. Zu allem Übel brachen meine Haare am Oberkopf
ab, die Ansätze standen in alle Himmelsrichtungen ab – hätte
meine Oma mich so gesehen, hätte sie direkt den Vergleich mit einem
Schrupphuhn in Erwägung gezogen. Erfahrungsberichte im Internet
sagten mir, man müsse Geduld haben. Die Haare müssten sich ja erst
umstellen. Da das Silikon nach und nach von den Haaren abfalle und
die Haare darunter sehr angreifbar seien, dauere es eine Weile, bis
die Haare wieder einen ansehnlichen Zustand erreichen. Aber dann, so
waren sich alle einig, wartet der Anblick von gesunden, gepflegten,
strahlend schönen und geschmeidigen Haaren auf mich.
Ich war wirklich geduldig, habe meine
Haare monatelang mit Conditioner und Intensivkuren einbalsamiert –
ohne Wirkung. Ich habe mich durch die ganze Riege der Hersteller
getestet (von Guhl über Fructis und Swiss O'Pair bis hin zu Balea
und Alverde), habe unendlich viele Nerven gelassen und sitze nun mit
einem Haufen Stroh auf dem Kopf da. Ich bin zu dem Schluss gekommen,
dass meine Haare Silikon lieben und vor allem brauchen. Nach einem
halben Jahr silikonfreier Pflege sind sie im schlimmsten Zustand
meines Lebens, noch nie hatte ich solche Probleme mit strohigem,
spröden und abgebrochenem Haar. Meine Geduld ist am Ende und ich
ziehe die Notbremse. Back to the roots. John Frieda hat mich zurück.
Jetzt gilt es, zu retten, was noch zu retten ist und ich hoffe, dass
meine ehemaligen Pferdehaare mir das Experiment „silikonfrei“
irgendwann verzeihen werden. Und mal wieder als kleine Erinnerung an
mich: Nicht alles, was in den Medien verbreitet wird, ist gut (für
mich)!
Was haltet ihr von silikonfreier
Haarpflege? Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht und wie seid ihr
damit zurecht gekommen?
Back to the roots: Frizz-Ease Seidentraum Shampoo, Conditioner und Finish-Creme von John Frieda.
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