Lange Zeit lag "Die Frau des Zeitreisenden" in meinem Regal, jetzt habe ich endlich die Zeit (und die Lust) gefunden, mich den knapp 500 Seiten zu widmen. Hätte ich gekonnt, hätte ich das Buch wohl in wenigen Tagen gelesen (oder vielmehr verschlungen). Ich habe selten so eine wunderbare, einfühlsame Erzählung gelesen, die das Glück zweier Menschen beschreibt, ohne dabei in unbeholfenen Kitsch abzuschweifen.
Anfangs fiel es mir schwer, einen Zugang zur Handlung zu finden. Die vielen Zeitreisen des Hauptcharakters Henry und die damit verbundenen Zeitsprünge lasen sich in meinen Augen oft verwirrend. Hat man jedoch einmal den Einstieg gefunden, lässt einen die Story nicht mehr los. Audrey Niffenegger’s Schreibstil lässt sich kaum beschreiben - selbst das kleinste Detail erscheint durch ihre Worte bedeutend und faszinierend. Auch wenn es sich hierbei scheinbar um eine klassische Liebesgeschichte handelt (zwei Menschen lernen sich kennen, verlieben sich und erleben die Höhen und Tiefen des gemeinsamen Lebens), so ist es doch die ungewöhnlichste, über die ich je gelesen habe. Trotz der vielen Probleme, die durch Henry’s unkontrollierbare Zeitreisen entstehen und die ständige Warterei und Ungewissheit seiner Frau Clare, spürt man die Verbindung, die diese beiden Menschen zusammenhält. Auf diese Weise erhält die Handlung fast schon magische Züge. Ich habe das Buch sehr genossen und werde es sicher in den obersten Rängen meiner liebsten Bücher platzieren.
Obwohl ich Buchverfilmungen gegenüber eher skeptisch eingestellt bin, war ich doch neugierig, wie die Verfilmung dieser Geschichte aussieht. Schwups, habe ich mir die DVD bei Amazon bestellt und den Film am Wochenende angesehen. Für mich gleicht die Verfilmung beinahe einem Meisterstück. Das erste Mal haben meine Vorstellungen der Charaktere, die ich mir während des Lesens zurecht gebastelt habe, und die Filmdarsteller überein gestimmt. Die weibliche Hauptrolle der Clare Abshire spielt übrigens die wunderschöne Rachel McAdams, die man noch aus dem Teenie-Film „Girls Club“ kennt. Der Film schafft es tatsächlich, die 500 Seiten lange Handlung so zu komprimieren, dass zwar viele Details fehlen, aber die wesentlichen Bestandteile erhalten bleiben. Ich danke dem Regisseur dafür, dass er so nah an der Handlung gearbeitet und kaum etwas verfremdet hat, wie es in so vielen Buchverfilmungen der Fall ist. Den Film werde ich mir sicher noch viele Male ansehen. Er hat mich (und auch meinen Freund, entgegen jeglicher Erwartung) begeistert, berührt, erschüttert und sehr nachdenklich gestimmt.